![]() |
| |||||||
|
Präsentation
Die SituationIn Deutschland gibt es den Trend, reguläre Jobs durch Praktika zu ersetzen. Nach Umfragen gab es im Juni 2003 800.000 Praktikanten/Aushilfen in deutschen Unternehmen. Wie viele davon ein „echtes Praktikum" machen, bei dem das Lernen im Vordergrund steht und der Praktikant zusätzlich im Betrieb mitläuft, wissen wir nicht genau. Fakt ist, immer mehr Unternehmen stellen immer mehr so genannte „Praktikanten“ an und lassen sie un- oder unterbezahlt voll mitarbeiten. Auch Hochschulabsolventen sehen sich nach ihrem Studium zunehmend genötigt, Praktika zu machen, weil sie sich Kontakte und einen richtigen Job versprechen. Die Unternehmen profitieren im hohen Maße von den hoch qualifizierten, äußerst leistungswilligen und flexiblen Mitarbeitern, die sie kaum etwas kosten. Indem sie kein angemessenes Gehalt für die erbrachte Leistung zahlen, nutzen die Unternehmen die schwierige Situation junger Berufseinsteiger aus. Diese bleiben zum Teil jahrelang in prekären Beschäftigungsverhältnissen, wie z.B. Praktika, hängen und erhalten kein existenzsicherndes Einkommen. Indem sie teilweise auf staatliche Leistungen angewiesen sind, zahlt der Staat sogar noch drauf. Und nicht nur die zahlreichen Erfahrungsberichte von Betroffenen belegen diese Entwicklung. Auch die ausgeschrieben Praktika-Stellen im Vergleich zu echten Jobs verdeutlichen die Situation. Außerdem hat die DGB-Jugend eine Studie zu „Praktika von Hochschulabsolventen“ gemacht: Demnach sagen 50 % der in einer Stichprobe befragten Praktikanten, dass sie eine echte Stelle ersetzt haben und sich ausgebeutet fühlen. Mehr als 30 % klagen über hohen Arbeitsdruck und Überstunden. 40 % geben an, trotz Vollzeitjob keinen Lohn erhalten zu haben. Dank der Arbeit des Vereins fairwork und der DGB-Jugend sowie einer anhaltenden Medienberichterstattung ist die Öffentlichkeit zunehmend sensibilisiert für die Problematik. Das hat auch zur Folge, dass die Betroffenen ihre Situation nicht mehr als persönliches Versagen begreifen, sondern auch die politischen und gesellschaftlichen Konsequenzen sehen. Der Verein fairwork und die DGB-Jugend fordern eine zeitliche Begrenzung von Praktika sowie eine angemessene Bezahlung. Beide Organisationen gehen auf Akteure in Wirtschaft und Politik sowie auf die Praktikanten zu, um einen Ausweg aus der prekären Lage zu finden. Bei der Ausbeutung von jungen Berufseinsteigern handelt es sich nicht um Einzelschicksale, sondern um ein politisches und gesellschaftliches Problem, das eine ganze Generation junger Menschen betrifft. |
|||||||
| Kontakt - Newsletter | ||||||||